STILLEN | VIEL MEHR ALS NUR FÜTTERN

Ich hatte ja keine Ahnung und absolut keinen blassen Schimmer davon, wie sehr ich das Stillen genießen und welch große Bedeutung es für uns als Familie haben würde. Ich muss zugeben, dass ich mich mit dem Thema selbst in der Schwangerschaft nur wenig befasste. Lediglich die Frage, ob es denn reibungslos klappen wird, schwirrte mir hin und wieder im Kopf umher. Im Nachhinein war es das Beste, was mir passieren konnte. Denn ich bin mir sicher, dass ein selbstauferlegter Druck vieles komplizierter gemacht hätte.

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Mutter Natur – du Fuchs du!

In einem älteren Artikel erzählte ich euch bereits von meinen Sorgen und Ängsten in der Schwangerschaft. Verrückt, dass ich diese Gedanken erst vor wenigen Monaten verfasste und heute wesentlich entspannter zurückblicken kann. Die gewaltigen Gefühle und Hormone, die durch eine Geburt und das Mamasein ausgelöst werden und vorher nicht im Geringsten zu erahnen sind, regeln so gut wie alles – das hat Mutter Natur in der Tat clever eingefädelt. Daher möchte ich allen werdenden Mamas an dieser Stelle bewusst Mut zusprechen: euer Bauchgefühl und eure Liebe zum eigenen Kind wird euch automatisch in verschiedensten Situationen helfen und immer eine Antwort parat haben. Just trust in yourself!

Ich kann mich noch gut an die ersten Tage nach der Geburt im Krankenhaus erinnern. Daran, wie perplex ich war, dass die Muttermilch in der Regel erst nach 3-4 Tagen einschießt und die Milchbar nicht sofort zur Verfügung steht. Ich sag´s euch, ein Greenhorn ist wirklich gar nichts dagegen 😉

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Druck & Unwissenheit

Meine Geschwister und ich wurden als Babys nicht gestillt, was mir wahrscheinlich den Druck nahm, sollte es doch nicht funktionieren. Schließich sind wir alle drei groß und stark geworden und haben nicht das Gefühl, dass es uns an irgendetwas fehlte. Ich denke, dass zum einen der Druck und zum anderen das falsche Anlegen des Babys an die Brust die häufigsten Gründe dafür sind, warum am Ende leider keine harmonische Stillbeziehung zwischen Mutter und Kind zustande kommen kann.

Zum Glück hatte ich eine großartige Hebamme an meiner Seite, die mir kurz vor der Geburt in wenigen Schritten erklärte, wie mein Baby richtig an der Brust liegt und welche einfache Technik es benötigt, damit das Anlegen und Trinken möglichst schmerzfrei funktioniert. Jeder Mama, die vorhat zu stillen, möchte ich daher gerne ans Herz legen, sich vorab kurz beraten oder direkt nach der Geburt im Krankenhaus durch eine Stillberaterin aufklären zu lassen. Es ist unglaublich viel wert, motivierend und nimmt nicht viel Zeit in Anspruch.

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Tipps gegen wunde und entzündete Brustwarzen

Trotz aller guten Tipps und Ratschläge kann es dennoch vorkommen, dass das Anlegen in der ersten Zeit unfassbar schmerzt und die Brustwarzen aufgrund der ungewohnten Belastung entzünden oder sogar bluten. Noch heute bin ich meiner Frauenärztin unendlich dankbar dafür, dass sie mich bereits in der Schwangerschaft über die folgenden passenden „Helferlein“ aufklärte, die mich das Prozedere wahrscheinlich erst durchstehen ließen:

  • Purelan Salbe (100% reines Lanolin, ohne Zusätze und Konservierungsstoffe)
  • Multi-Mam Kompressen
  • Heilwolle (Schafwolle mit natürlichem und entzündungshemmendem Lanolin – hilft u.a. auch wunderbar bei wunden Babypopos)
  • Selbstklebende und kühlende Hydrogel Pads (z.B. von Medela)
  • Stilleinlagen

Nach jeder Stilleinheit rieb ich meine wunden Brustwarzen im Wechsel mit Purelan ein oder kühlte sie mit feuchten Multi-Mam Kompressen. Zusätzlich bettete ich sie mit einem Büschelchen Heilwolle ein und versorgte die Brust-Außenseiten mit kühlenden Hydrogel Pads. Das Ganze packte ich zum Schluss in einen Still-BH mit frischen Stilleinlagen, die zusätzlich als Schutz dienten.

Am Anfang konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Schmerz nachlassen würde. Doch schon nach wenigen Wochen funktionierte das Stillen reibungslos, als hätte meine Brust noch nie zuvor etwas anderes getan.

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Stillen – viel mehr als nur füttern

Am Ende sind es die wunderbaren, einzigartigen und innigen Momenten mit dem eigenen Baby, die es allemal wert sind, durchzuhalten. Für mich war von Anfang an klar, dass ich mindestens sechs Monate lang, wie von der WHO empfohlen, stillen möchte. Mittlerweile ist mein kleines Mädchen sieben Monate alt und wird neben der Beikost weiterhin voll gestillt. Wann es das letzte Mal sein wird, darüber möchte ich ehrlich gesagt noch nicht nachdenken. Es macht mich fast ein wenig traurig, weshalb ich jeden Still-Moment bewusst genieße – so lange, wie sie es möchte und mein Körper es weiterhin kann.

Stillen ist viel mehr als nur füttern. Es vermittelt meinem Baby Sicherheit und Geborgenheit, beruhigt, hilft beim Einschlafen und schenkt intensive Nähe. Im oft stressigen Alltag sind es die Stilleinheiten, die uns zum Abschalten bringen. Ohne viele Worte und ohne Smartphone – nur wir beide und ein intensiver Blickkontakt.

Schlagkräftige Nebeneffekte

Stillen ist nicht nur förderlich für eine besondere Mutter-Kind-Bindung, sondern sorgt durch die Ausschüttung der Hormone Prolaktin und Oxytocin für weniger Stressempfinden bei beiden Parteien. Zusätzlich unterstützt es eine schnellere Regeneration des Körpers nach der Geburt und trägt wissenschaftlich bewiesen dazu bei, dass sich das wichtige Urvertrauen des Babys voll und ganz entfalten kann.

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Ein weiterer schöner Nebeneffekt: das Stillen hat mir sehr dabei geholfen, meine Kilos nach der Schwangerschaft loszuwerden. Mittlerweile habe ich mein altes Gewicht wieder und bin super happy darüber – nachdem ich in der Kugelzeit ganze 27 Kg zugenommen hatte! Da die kleinen Mäuse nur das Beste an Nährstoffen über die Muttermilch bekommen, ist es wichtig, auf gesunde und ausgewogene Ernährung zu achten und auf zusätzliche Nahrungsergänzungsmittel zurückzugreifen. Wadenkrämpfe, Zahnverlust oder Haarausfall können hierbei vermieden werden.

Tipp: seit der Geburt meiner Tochter nehme ich täglich „Orthomol Natal“ zu mir, um die genannten Nebenwirkungen zu verhindern – und es hilft 🙂

Leider ist es aus verschiedensten Gründen nicht jeder Frau möglich, zu stillen. Doch solltet ihr die Wahl haben, kann ich euch mit meiner heutigen Kenntnis zu 100% empfehlen, es wenigstens zu probieren. Es ist eine der wundervollsten Erfahrungen, die ich sammeln darf und hoffe, dass mein Kind und ich noch einige Monate etwas von unserer Stillbeziehung haben werden.

Wie steht ihr zum Thema Stillen und wie sind eure Erfahrungen? Ich freue mich auf eure Meinungen und einen Austausch mit euch.

Euer Julchen ♥

6 Comments

  • Ilka :-)
    Posted 29/04/2018

    Sehr schön geschrieben!!!
    Ich erkenne mich total wieder (bis auf die schnelle Gewichtsreduktion)…
    Meine Große habe ich 6 Monate voll gestillt, die Kleine ganze 26 (!!) Monate! Sie verweigerte jede andere Nahrungsaufnahme, nahm keinen Schnuller und es war zT anstrengend! Aber ich bereue keine Sekunde! Die Bindung zwischen ihr und mir ist was Besonderes! Inzwischen ist sie 11 Jahre, unglaublich!
    Genieß diese wunderbare Zeit!
    LG Ilka 🙂

    • Stylingliebe
      Posted 29/04/2018

      Vielen Dank für deine Worte liebe Ilka! Ich finde es super interessant, was du schreibst und glaube es dir zu gut, dass es eine anstrengende Zeit für dich war. Hut ab, dass du es deiner Tochter zu Liebe durchgezogen hast. Am Ende hat es sich ausgezahlt und ihr habt eine ganz besondere Bindung, das freut mich riesig zu lesen.

      Ganz liebe Grüße
      Julia

  • Dani
    Posted 30/04/2018

    Ein sehr schöner Artikel!! Ich stille auch von Anfang an und kann die aufgezählten Hilfsmittel nur bestätigen… meine super Hebamme hat mir gleich am zweiten Tag nach der Geburt eine Milchpumpe besorgt, die ich dann auch einmal am Tag während der ersten zwei Wochen genutzt habe und so wurde es sofort besser… und als tollen Nebeneffekt konnte auch der Papa ein paar innige Minuten mit unserer Kleinen teilen ❤️!
    Meine beste Freundin konnte leider nicht stillen und hat eine super enge und liebe Mutter-Tochter-Bindung… deswegen glaub ich das das auch ohne Stillen möglich wäre – leider wird das in unserer Gesellschaft noch immer als essenziell wichtig angesehen und ich glaube, dass sich dadurch noch mehr Mamis Druck machen unbedingt stillen zu müssen um eine enge Bindung aufzubauen… ich persönlich genieße die Stillzeit auch, aber genauso genieße ich es wenn sie anschließend mit mir kuschelt und friedlich auf mir einschläft

    • Stylingliebe
      Posted 30/04/2018

      Liebe Dani, vielen lieben Dank für dein schönes Kommentar. Da bin ich ganz deiner Meinung, ich denke auch, dass eine innige Beziehung zwischen Mutter und Tochter definitiv ohne Stillen möglich ist. Es gibt verschiedenste Arten und Weisen, Liebe, Geborgenheit und Nähe zu schenken. Stillen ist etwas ganz wunderbares und ich möchte es nicht missen, es ist jedoch sicher nicht der einzige Weg. Persönlich finde ich es auch super schade, dass von Außen unglaublich viel Druck ausgeübt wird, was mir erst nach der Geburt so richtig bewusst wurde. Egal, welches Buch oder welchen Ratgeber man aufschlägt, es wird automatisch davon ausgegangen, dass Mamas stillen. Es muss ein furchtbares Gefühl sein, wenn es der eigene Körper nicht zugelassen hat und man ständig damit konfrontiert wird.

      Viele liebe Grüße
      Julia

  • Larissa
    Posted 30/04/2018

    Es ist alles richtig was du sagst. Ich finde sehr traurig dass man heute Frauen ermutigen muss dass sie stillen. Es gibt so viele Frauen die zu eitel dafür sind weil sie nicht möchten dass ihre Brust nachher nicht mehr so schön ist oder keine Lust haben weil sie gerne wieder rauchen trinken möchten oder schnell Diät machen um wieder schlank zu sein. Früher wurde nicht gefragt ob man es möchte da war es selbstverständlich denn das Kind musste versorgt werden. Für mich war’s eine Selbstverständlichkeiten, ich habe meine alle drei Kinder gestillt und auch jeweils sechs Monate und den siebten Monat hab ich abgestillt. Ich kann auch alles nachvollziehen was du sagst, nur das mit dem abnehmen funktioniert überhaupt nicht. Ich weiß auch nicht warum ich auf Instagram überall sehe dass alle sofort wieder schlank sind durch das Stillen. Wenn man in Foren liest dann erzählen die Frauen immer genau das Gegenteil. Ich hab 18 Kilo und muss jetzt noch 15 kg abnehmen. Aber gut bei manchen scheint es durchs Stillen zu klappen

    • Stylingliebe
      Posted 30/04/2018

      Hallo liebe Larissa, ich danke dir für deine offenen Worte und deine Sichtweise. Persönlich bin ich auch kein Fan davon, seine eigenen Bedürfnisse über das Wohl des Kindes zu stellen. Letztendlich muss es natürlich jede Mutter für sich und ihr Kind selbst entscheiden. Bevor eine Mutter aufgrund des Stillens tiefunglücklich ist und dies auf ihr Baby überträgt, bin ich der Meinung, doch besser einen anderen Weg einzuschlagen. Happy Mommy – happy Baby!

      Schade, dass es bei dir nicht mit dem Abnehmen funktioniert hat – ich konnte mir es erst auch nicht vorstellen, gerade in denn ersten zwei Monaten nach der Geburt, wo so gar nichts passierte 😉 Ich glaube, dass da jede Frau anders gestrickt ist und natürlich auch andere Einflüsse wie bspw. die Veranlagung eine Rolle spielen. Es ist auch nur ein schöner Nebeneffekt, aber nicht der Wichtigste 🙂

      Alles Gute für dich und deine Mäuse!
      Julia

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